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Zur Vereinsgeschichte
Zur Einführung:
Obst- und Gartenbau gibt es seit in der Jungsteinzeit aus den Jägern und Sammlern Pflanzer und Hirten wurden. In allen Hochkulturen der Antike finden wir prächtig angelegte Gärten. Den Griechen galten die Ölbaumkulturen als so wertvoll, daß sie selbst in Kriegen nicht zerstört werden durften. Die nur in der Literatur erwähnten hängenden Gärten von Babylon zählten sogar zu den sieben Weltwundern der Antike. Die Römer schließlich führten die Kunst des Gartenbaus in ihren germanischen Provinzen in Süd- und Westdeutschland ein, brachten viele bei uns bis dahin unbekannte Früchte, wie etwa den Spargel, zu uns. Im Mittelalter war es vornehmlich den Klöstern vorbehalten den Gartenbau weiterhin zu pflegen und ihn zu einer regelrechten Kunst zu entwickeln. Seit der Renaissance und Barockzeit haben viele Adelige ihre Schlösser mit prächtigen Gärten umgeben. Auch um das Weisendorfer Schloß herum entstand im Bereich Höchstadter und Erlanger Straße eine riesige Gartenanlage, in der sogar Orangenbäume wuchsen. Den kleineren Hausgarten, so wie wir ihn kennen, pflegten vor allem die Bauern. Jeder Hof besaß einen sogenannten Schorrgarten, dort wurde Gemüse aller Art angebaut und eine farbenfrohe Blumenwelt verschönerte das ganze. Beispielgebend waren vielerorts die Geistlichen, die die Gartenkultur nach den neuesten Erkenntnissen weiter vorantrieben. Viele Fruchtsorten sind nach den Namen von Pfarrern benannt. So ist es nicht verwunderlich, daß mit dem Augustinermönch Gregor Mendel im 19. Jahrhundert, einem Geistlichen, die Entdeckung der Vererbungslehre gelang. Dank seiner bahnbrechenden Erkenntnisse konnten bis dahin nie für möglich gehaltene Erfolge in der Züchtung erzielt werden. Um die Wende zum 20. Jahrhundert, während der Kaiserzeit also, war es nicht so einfach Vereine zu gründen. Sie wurden damals noch von der Obrigkeit etwas mißtrauisch und sorgsam beäugt. Deshalb ist die Absicht der 31 Weisendorfer Bürger, die sich im Jahre 1906 dazu entschlossen, einen Obstbauverein ins Leben zu rufen, als eine mutige und optimistische Entscheidung zu bewerten. Strikte politische Neutralität wurde bewahrt. Dies galt auch für die NS-Zeit, in der man sich allerdings um einige Anordnungen von Oben nicht herumdrücken konnte, wie etwa die Integration des Vereins in die sogenannte Erzeugungsschlacht. Mit Stolz darf deshalb der Obst- und Gartenbauverein Weisendorf auf eine 100-jährige Tradition zurückblicken und heute mit dankbarer Erinnerung an die Vergangenheit optimistisch in die Zukunft blicken.
Aus dem Protokollbuch:
Chronik des Obst- und Gartenbauvereins Weisendorf In diesem Verein ist seit seiner Gründung mit großer Sorgfalt ein Protokollbuch geführt worden, so daß es dem Chronisten sehr leicht fällt, die Geschichte des Vereins bis zu seiner Gründung am 6. Januar 1906 zurückzuverfolgen. Schriftführer Heinrich Welker notierte an diesem Tag: Unterm heutigen versammelten sich in dem Stürmerschen Gasthause dahier eine Anzahl von selbständigen Männern zur Gründung eines Obstbauvereins. Derselbe kam zustande, nachdem der größte Teil der Anwesenden seinen Beitritt erklärte. Der Verein erhielt den Namen 'Obstbauverein Weisendorf und Umgebung' und machte sich die Pflege und Förderung des Obstbaus in Weisendorf und Umgebung zur Aufgabe. Der Sitz desselben ist Weisendorf. Ihren Beitritt erklärten nachstehende Herren:
1) Gustav Sperl, königlicher Pfarrer
2) Josef Müller, Kuratus
Ersterer war evangelischer Pfarrer, während Josef Müller als Kuratus die Katholiken in Weisendorf betreute, die bekanntlich erst 1916 eine eigene Pfarrei bekamen. Die Geistlichen waren von jeher in den Obst- und Gartenbauvereinen stark vertreten. Sie stellten zunächst immer den ersten Vorsitzenden. Dies ist eigentlich nicht verwunderlich, da ja Pfarrer früher besonderes Interesse an der Gartenpflege und an Züchtungen zeigten. Der Sortenname Pastorenbirne ist ein beredtes Zeugnis dafür. Doch lesen wir weiter in der Liste der Gründungsmitglieder:
3) Konrad Meyd, Bürgermeister
4) Lunz Konrad, Bäckermeister
5) Reutlingshöfer Johann, königlicher Postexpediteur
6) Roderus Johann Seiler
7) Lang Gottlieb, Verwalter
8) Kraus David, Gärtner
9) Hacker Peter, Ökonom
10) Häckel Adam, Schneidermeister
11) Stiegler Peter, Privatier
12) Bucher Johann
13) Engelhard Konrad, Gastwirt
4) Förster Johann, Ökonom
15) Meister Konrad, Wagenmacher
16) Studrucker Heinrich, Ökonom
17) Schmerler Adam, Maurermeister
18) Gegner Lorenz, Gütler
19) Lunz Johann, Wirt
20) Stürmer Johann, Wirt
21) Bauer Peter, Ökonom
22) Wild Christoph, Maurer
23) Hagen Konrad, Maurer
4) Gugel Georg, Maurer
25) Welker Heinrich, Lehrer
26) Vogt Josef, Förster
27) Reutlingshöfer Georg, Bäcker
28) Schittner Heinrich, Lehrer
29) Fürst Friedrich, Waldaufseher
30) Linsenmeyer Josef, Glaser
31) Ebert Heinrich, Ökonom
Hierauf wurde zur Wahl der Vorstandschaft geschritten.
Das Ergebnis ist folgendes:
1. Vorstand: Lang Gottlieb, 2. Vorstand: Meyd Konrad,
Kassier: Kraus David, Schriftführer: Welker Heinrich,
Ausschußmitglieder: Gustav Sperl, Konrad Lunz, Heinrich Fürst
Die Gewählten erklärten die Wahlen anzunehmen.
Seitens der Versammlung wurde ferner beschlossen die Aufnahmegebühr und den Jahresbeitrag auf je 1 Mark festsetzen zu wollen. Dasselbe wurde genehmigt. Ferner wolle sich der Verein an den Oberfränkischen Kreisverband anschließen, was ebenfalls bestätigt wurde. Hierauf wurde die Versammlung geschlossen. Es unterzeichnete der Schriftführer Welker. Damit war nun dieser Verein ins Leben gerufen. Es war nicht der erste Versuch der Gründung eines Obst- und Gartenbauvereins. Schon vor der Jahrhundertwende hatte man einen Anlauf unternommen, doch der gegründete Verein existierte offensichtlich nur für kurze Zeit. Bereits ein Jahr später wurde die Vorstandschaft neu gewählt:
Erster Vorstand wurde jetzt Pfarrer Gustav Sperl, Stellvertreter Konrad
Meyd, der Bürgermeister. Als Kassier fungierte weiterhin David Kraus, der
Gärtner, und als Schriftführer Heinrich Welker, der Lehrer. In den Ausschuß
wurden gewählt Gottlieb Lang, Konrad Lunz und Friedrich Fürst.
Am 24. Februar 1908 legte Kuratus Müller den Mitgliedern des Vereins in einem sehr lehrreichen Vortrage die wichtigsten derzeitigen Arbeiten im Obstgarten dar. Beginnend mit der Pflanzung der Bäume im richtigen bereits im Herbste in gehöriger Größe hergestellte Baumgräben, verbreitete so sich über die Beschneidung der Wurzeln beim Pflanzen, sowie der Krone während der ersten fünf Jahre, über das Ausästen des überflüssigen Holzes, das Reinigen von altem Obst, zusammengeringelten Blättern, Raupennestern, Flechten, Moos und rissiger Rinde. Zum Schützen gegen die Insekten sind die Bäume mit ätzenden Flüssigkeiten und zum Schutze gegen Frost mit Tannenwedeln und mit einem Kalkaufstrich zu überziehen. Bäume mit viel Holz sind mit Holzasche, Thomasmehl und Jauche und solche mit wenig Holz mit Stallmist und Jauche zu düngen. Nach dem Vortrag wurde die Debatte eröffnet. Hieran reihte sich dann die Bestellung der Monatsblätter, die Festsetzung des Vereinsbeitrages auf 1, 20 Mark jährlich sowie die Aufnahme mehrerer Mitglieder und die Bestellung von Bäumen. Es traten acht neue Mitglieder bei, und zwar Schmitt Hans, Hamper Philipp, Zeilinger Johann, Fischer Jakob, Eisen Michael/Haus-Nr. 52 b, Meister Georg, Kreiner Michael, Meyd Georg. Am 26. Juni 1911 schied der erste Vorstand des Vereins, Herr Pfarrer Sperl aus hiesiger Gemeinde und der Verein verlor deshalb seinen Vorstand. Wegen seiner großen Verdienste wurde Pfarrer Gustav Sperl zum Ehrenmitglied ernannt und erhielt vom Ausschuß ein Ehrendiplom anläßlich seiner Abschiedsfeier am 26. Juni überreicht. Vorerst verzichtete man darauf einen neuen ersten Vorstand zu wählen und die alte Mannschaft führte den Verein weiter. Am 5. Januar 1913 schließlich erhielt der Obst- und Gartenbauverein mit Herrn Pfarrer Andreas Remshardt einen neuen ersten Vorstand.
1914 fungierte Johann Fischer als Obstbaumwart, Pfarrer Remshardt
stellte am 1. Februar den Antrag den Obstbaumwart auch als Vereinsdiener
aufzustellen. Johann Fischer fiel damit die Aufgabe zu, die Beiträge
in vier Raten zu erheben. Als Entschädigung erhielt er pro Jahr 6
Reichsmark und er mußte selbst keinen Beitrag leisten. Begründet wurde
dies damit, daß der Baumwart gelegentlich bei der Erhebung des Beitrages
auch wertvolle Anregungen und Anleitungen zur Baumpflege geben
konnte. Johann Fischer hielt in der selben Versammlung einen Vortrag
über Baumpflege, welcher mit großem Beifall aufgenommen wurde.
In der Zeit des ersten Weltkrieges von 1914 bis 1918 sind keine Protokolle
angefertigt worden.
Wir erfahren über diese Zeit erst etwas im Protokoll vom 16. März 1919:
23 Mitglieder waren anwesend. Sie gedachten zunächst der im Krieg gefallenen
Mitglieder: Georg Reutlingshöfer und Ferdinand Studrucker. Der
Vorsitzende, Pfarrer Remshardt, gab anschließend einen Überblick über
das Vereinsleben während des Krieges. Wenn auch viele Mitglieder beim
Heere waren, so war es doch möglich, nahezu tausend Obstbäume zu
pflanzen. Die Vorstandschaft wurde neu gewählt:
Erster Vorsitzender blieb weiterhin Herr Pfarrer Remshardt, zweiter Vorsitzender
wurde Herr Bürgermeister Meyd. Als Schriftführer fungierte
Hauptlehrer Konrad Weit und das Amt des Kassiers versah der Gärtner
David Kraus. Die Herren Georg Meister und Stiegler wurden neue Beisitzer,
während Herr Verwalter Lang in dieses Amt wiedergewählt wurde.
Anschließend erfolgte eine allgemeine Aussprache über das Pflanzen und
die Behandlung der Obstbäume sowie über die Bekämpfung der
Schädlinge.
Recht ereignisreich verlief das Jahr 1921. Am 13. Februar fand im Gasthaus
Lunz eine Generalversammlung statt. Der Vorstand berichtete über
das abgelaufene Jahr und wies daraufhin wieviele Güter der Verein auch in
diesem Jahre wieder geschaffen hätte: Spalierpflanzungen, Obstertrag
usw. wurden erwähnt. Zum eifrigen Lesen des Wegweisers sind die Mitglieder
aufgefordert worden. Kassier Kraus stellte die Rechnung auf, es
wurde ihm Entlastung erteilt. Der Vereinsbeitrag wurde auf 2 Mark erhöht.
Von Neuwahlen wurde abgesehen. Der Bezirksbaumwart referierte in
einem sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über folgende Punkte:
1) Obstweinbereitung
2) Schnapsbereitung
3) Die Notwendigkeit eines Vereinsbaumwartes
4) Spalierzucht
5) Anpflanzung von Sträuchern
6) Schädlingsbekämpfung.
Am 4. September fand wiederum im Gasthause Lunz eine Generalversammlung
statt. Bezirksbaumwart Denk referierte über Obstweinbereitung
und Branntweinbrennerei. Hier wurde bereits der Kauf eines
Brennereikontingents angedacht, der am 7. November endgültig beschlossen
wurde. Lesen wir hierzu im Protokoll:
Hiesige Obsterzeuger, die auch teilweise Mitglieder des Obstbauvereins
sind, trugen sich schon längst mit dem Wunsche das Obst besser verwerten
zu können. Herr Bezirksbaumwart Denk in Höchstadt ist es gelungen,
ein Branntweinkontingent käuflich zu erhalten. Zur allseitigen Verwertung
des Obstes sind aber größere Mittel nötig, die dem Obstbauverein nicht zur
Verfügung stehen. So entstand nun die Frage, wie bekommt man diese
Mittel. Mit der Ausgabe von Anteilsscheinen, wie es andere Vereine
machten, konnte man sich nicht befreunden. Es wurde nun der Vorschlag
gemacht, den Obstbauverein umzuwandeln in eine Obstverwertungsgenossenschaft
mit beschränkter Haftung. Herr Raiffeisenrevisor Pittwohl aus
Nürnberg hat heute die Verhandlungen durchgeführt, nachdem achtzehn
anwesende Mitglieder sich sofort bereit erklärten, der neugebildeten
Genossenschaft beizutreten. Jedes Mitglied leistet einen Geschäftsanteil
von 200 Mark und haftet bis zu 1000 Mark. Dieses war das letzte Protokoll
des Schriftführers Konrad Weit, der dieses Amt zehn Jahre lang versehen
hatte.
Der Inhalt wurde 1981 anläßlich der 75-Jahrfeier des Vereins im
'Fränkischen Tag' nicht ganz korrekt wiedergegeben. Hier war nur von
einem Beitrag von 20 Mark die Rede, während im Protokollbuch 200 Mark
nachzulesen sind. Die achtzehn angesprochenen Mitglieder wurden als
sehr finanzkräftig bezeichnet. Man muß dazu wissen, daß 1921 die Inflation
schon weit fortgeschritten war und im November kostete 1 US-Dollar
bereits 270 Mark. 200 Mark entsprachen etwa dem Gegenwert von vier
Glas Bier.
In der nun folgenden Zeit der Weimarer Republik fehlen Protokolle.
Über unseren Verein erfahren wir erst wieder etwas nachdem die
Nationalsozialisten die Macht in Deutschland übernommen hatten. Hitler
und seine Gefolgsleute begannen nach und nach für alle Bereiche des
gesellschaftlichen Lebens NS-Organisationen zu gründen. Das ganze
verlief nach dem Motto "Gleichschaltung"; alles sollte den Ideen des Führers
untergeordnet werden. Auch der Obstbauverein blieb davon nicht
verschont: "Nachdem der Nationalsozialistische Staat sich durchgesetzt
hat, wurde bei einer Versammlung des Bezirksobstbauverbandes
Höchstadt an der Aisch am 7.2.1934 in Hannberg durch den Bezirksführer
Förtsch aus Höchstadt Gleichschaltung auch für den hiesigen Verein
vorgenommen. Dabei wurden berufen:
o der Führer Jakob Fischer, Maurer und Baumwart
o als Schriftführer und Kassier Andreas Remshardt, Pfarrer
o als Beisitzer 1. Martin Schacher, Reuth, 2. Hans Zink, Rezelsdorf,
3. Hans Krug, Sintmann, 4. Fritz Pfannenmüller, Mitteldorf
Da nun obstbauliche Vereine nicht mehr bestehen dürfen, fällt der hiesige
Obstbauverein und die Obstverwertungsgenossenschaft nunmehr zusammen".
Ein Jahr später verlor der Gartenbauverein eines seiner treuesten Mitglieder.
Am 9. Juli 1933 steht vermerkt: Nachdem Pfarrer Remshardt
demnächst die Pfarrei Weisendorf verläßt, übernimmt Bauer Peter Bauer
das Amt des Schriftführers und Kassiers. Von Pfarrer Remshardt wird ihm
übergeben:
1) dieses Protokollbuch
2) Ledermappe
3) Kassabuch mit einem Kassastand von 125,07 Mark, welcher auf zwei
Konten beim hiesigen Darlehenskassenverein angelegt ist.
4) einige Bücher mit Wissen über Obstbau.
Am 29. September wurde Pfarrer Remshardt verabschiedet: "Heute fand
bei Gastwirt Lunz eine kleine Abschiedsfeier des Obstbaumvereins zu
Ehren des Herren Pfarrer Remshardt statt. Der Verein verliert seinen
langjährigen Kassier. In Anbetracht der Verdienste die Herr Pfarrer
Remshardt sich um den Verein erworben und aus Dankbarkeit hat der
Verein beschlossen, Herrn Pfarrer Remshardt eine Fruchtschale zu überreichen.
Lange Jahre hat Herr Pfarrer Remshardt dieses Amt bekleidet.
Der Vorstand dankte ihm im Rahmen des Vereins für seine langjährige
Dienstzeit. Sämtliche Mitglieder des Vereins sind mit dem Geschenke
einverstanden. Als nachfolgender Kassier wurde das Mitglieder Peter
Bauer, Landwirt ernannt".
Zur Bestätigung Jakob Fischer - Vorstand, Schacher Martin, Peter Bauer.
Anläßlich der Generalversammlung am 2. Februar 1936 bei dem Gastwirt
Hans Krug in Sintmann ist zum ersten Mal vermerkt, daß eine solche
Versammlung mit dem deutschen Gruß "Heil Hitler" eröffnet wurde. Der
Vorstand gab einen kurzen Überblick über das verflossene Jahr. Anschließend
hielt Bezirksbaumwart Denk einen lehrreichen Vortrag über
Baumpflege, Baumspritzen sowie über die Behandlung der Obstbäume. Er
ermahnte weiter zur Anpflanzung von Beerensträuchern und Spalierbäumen.
Weiterhin fand eine Verlosung statt, so daß jedes Vereinsmitglied
ein Los gewann, welches einen ungefähren Wert von einer Markt
ausmachte. Anschließend hielt der Bezirksbienenmeister Schacher einen
Vortrag über Bienenzucht und Obstbäume. Er führte unter anderem aus
Bienenzucht und Obstbaumzucht gehören zusammen, besonders in der
Blüte der Obstbäume leisten Bienen große Dienste zur Befruchtung der
Bäume. Zum eifrigen Lesen des Wegweisers wurde ermuntert.
Am 6. März 1936 nahm die Gleichschaltung weiter ihren Lauf: " Nachdem
der nationalsozialistische Staat es verlangt hat, daß die Obstbaumvereine
sich umbenennen zu Gartenbauvereinen, hat der Ausschuß diesen
Wunsch nachzukommen beschlossen, so daß der Obstbaumverein sich
von heute an Gartenbauverein nennt und wie es verlangt wurde die neuen
Satzungen angenommen.
Weisendorf, den 6. März 1936, Jakob Fischer, Führer - Peter Bauer,
Kassier"
Die nächste Generalversammlung fand am 3. März 1937 im Gasthause
Stürmer statt. Unter anderem hörten die Mitglieder einen Vortrag über
Marktregelung und über den Vierjahresplan, weiter über die Verschönerung
der Gemeinden und Höfe durch Anpflanzung von verschiedenen
Bäumen. Nachdem ein ziemlicher Kassenbestand vorhanden war,
wurde beschlossen, jedem Mitglied einen Baum gratis zu besorgen. Allgemeiner
Wunsch war, daß recht viele dem Verein beitreten zur Förderung
des Obstbaus und zum Nutzen des deutschen Vaterlandes.
Im Dezember 1938 fand eine Versammlung im Gasthaus Engelhardt statt.
Im einem Vortrag wurde besonders für die Anpflanzung von Nutzbäumen
geworben, weiter sprach der Redner im Auftrag des Bezirksamts solle
nach dem Vierjahresplan die Seidenraupenzucht betrieben werden und
führte diese in Lichtbildern vor.
Die Generalversammlung am 21. Februar 1939 im Gasthaus Stürmer
beinhaltete unter anderem Neuwahlen. 1. Vorstand blieb Jakob Fischer,
Stellvertreter wurde Fritz Pfannenmüller. Das Amt des Kassiers und
Schriftführers versah weiterhin Peter Bauer. Als Beisitzer fungierten Pfarrer
Fuchshuber, Konrad Stürmer und Paul Ebersberger. Eine größere Partie
Obstbäume wurde bestellt, des weiteren erhielt jedes Mitglied ein Los und
konnte damit verschiedene Gartenwerkzeuge gewinnen. Wie immer wurde
empfohlen den Wegweiser zu lesen.
Dann begann der 2. Weltkrieg. Die erste Sitzung des Gartenbauvereins
fand am 25. März 1940 im Gasthaus Kreßmann in Sintmann statt. Dort
wurde vor allem beklagt, daß in dem strengen Winter 1939/40 sehr viele
Obstbäume erfroren sind, und daß man deshalb von einer Frühlingsbestellung
absehen wolle. Im folgenden Jahr haben die Mitglieder jedoch
wieder sehr viele neue Obstbäume gepflanzt. Peter Bauer legte nun sein
Amt als Kassier nieder und übergab seinem Nachfolger, Konrad Stürmer,
ein Sparbuch, ein Rechnungsbuch, das Protokollbuch, eine Aktenmappe,
verschiedene Bücher. Dies geschah am 12. April 1942.
Von da an wurde es still um den Gartenbauverein. 10 Jahre lang dauerte
dieser Dornröschenschlaf. Erst am 27. Januar 1952 regt sich wieder
Leben. Ganze 18 Mitglieder waren zur ersten Versammlung nach dem
Kriege erschienen. Konrad Stürmer vermerkte im Protokollbuch: "Zur
heutigen bei Mitglied Engelhardt ordnungsgemäß einberufenen Versammlung
sind 18 Mitglieder erschienen. Nachdem nun seit dem Jahr 1942
keine reguläre Versammlung und auch keine Vereinsführung mehr
erfolgte, was auf die politischen Ereignisse zurückzuführen ist, konnte ein
durchgreifender Bericht nicht gegeben werden. Der Versammlungsleiter,
Fritz Pfannenmüller, gedachte in eingehenden Worten des Ablebens
unseres langjährigen Vorstandes Jakob Fischer. Es erfolgte nun eine
Neubelebung des Vereins, dem 18 Mitglieder die Treue hielten.
Aus Weisendorf:
Kreiner Georg, Stürmer Konrad, Linsenmeyer Kaspar, Hagen Hans,
Fischer Paul, Bauer Hans, Ebersberger August, Hahn Jakob, Engelhardt
Michael, Mayer Hans, Lunz Hans, Hacker Valentin, Berner Adam, Mösel
Hyronimus
Aus Mitteldorf:
Meister Konrad, Gumbmann Konrad, Förster Friedrich,
Meister Paul, Pfannenmüller Fritz.
Bei der Vorstandswahl wurde durch Zuruf gewählt:
1. Vorstand: Fritz Pfannenmüller, 2. Vorstand: Hyronimus Mösel,
Kassier: Paul Fischer, Schriftführer: Konrad Stürmer.
Zur Errichtung eines Kassabestandes wird pro Mitglied ein Beitrag von 3DM
erhoben. Es wird weiterhin ab 1. Februar ein Monatsbeitrag von 30 Pfennig
erhoben. Eine Versicherung gegen Feuer und Unfall wird genehmigt.
Die Instandsetzung der vorhandenen Geräte wird genehmigt. Für
Abschneiden der Büchsen und Eindosen sind jemals 5 Pfennig zu
entrichten. Nachdem keine weiteren Einwendungen erhoben wurden, galt
die Versammlung als geschlossen.
Gezeichnet Fritz Pfannenmüller, 1. Vorstand - Konrad Stürmer, Schriftführer.
Zwei Jahre später wurde im Gasthaus Schwane folgendes beschlossen:
Kassier Paul Fischer sollte jährlich 15 DM für das Aufheben der Presse
erhalten. Ferner sollten die fehlenden Teile der Rückenspritze repariert
werden. Zudem wurde die Anschaffung von 6 kg Plutin beschlossen. Am
11. März 1956 wurden im Gasthaus Schwane folgende Punkte besprochen:
1. Da der Verein dringend eine neue Spritze benötigt, wurde
beschlossen eine Rückenspritze neu anzuschaffen.
2. Die Spritzmittelbestellung wurde besprochen und ein entsprechender
Auftrag erteilt.
3. H. Hahn erklärte sich bereit, die vorhandenen Geräte aufzuheben.
Als Vergütung erhält er, wie bisher H. Fischer, 15 DM jährlich.
4. Für drei Jahre wurden von der Versammlung gewählt:
Als 1. Vorstand Fritz Pfannenmüller, Mitteldorf, und als Aufsichtsratsmitglieder
Paul Fischer, Herr Pfarrer Kühorn, Kaspar Linsenmeyer, Johann Hagen.
5. Als neue Mitglieder wurden geworben:
Schmitt Georg, Herr Pfarrer Kühorn, Michael Trescher.
6. Die Spritzen dürfen nur von Mitgliedern des Vereins bedient werden.
Ein Kilo Spritzmittel kostet bei Nichtmitgliedern immer 1 DM mehr.
Außerdem kostet die Benützung der Spritze pro Baum 0,20 DM.
Ein Jahr später wollte man endlich wieder die Mitgliederzahl deutlich erhöhen.
Es wurde beschlossen, mehrere Wochen und Monate hindurch
besonders für den Verein zu werben. Bis 1. Juni 1957 sollten dafür alle, die
sich beim Verein anmeldeten, als Beitrittsgeld nur 1,50 statt 3 Mark zahlen.
Als neue Mitglieder konnten Fritz Hertlein, Helmut Pohl, Georg Kreiner und
Josef Meister gewonnen werden. H. Linsenmeyer erklärte sich bereit, für
alle die es wünschten, zum Stundenlohn von 1,80 DM die Bäume zu
spritzen. Dieses Angebot wurde dankbar angenommen.
1959 zählte der Verein bereits wieder 40 Mitglieder. Nachdem H.
Pfannenmüller Senior, der viele Jahre hindurch den Verein leitete, aus
Altersgründen nicht mehr für das Amt des 1. Vorstand kandidierte, dankte
man ihm für seine großen Verdienste um den Verein und machte ihn zum
Ehrenvorsitzenden. An seiner Statt wurde von der Versammlung sein Sohn
Fritz Pfannenmüller Junior aus Mitteldorf zum 1. Vorsitzenden gewählt. Zur
Vorstandschaft gehörten jetzt Paul Fischer als Kassier, Pfarrer Kühorn und
Kaspar Linsenmeyer sowie als neues Mitglied der Gutsverwalter Kohl.
1962 wurde Fritz Pfannenmüller wieder gewählt, als Stellvertreter fungierte
jetzt Pfarrer Kühorn. Dem Ausschuß gehörten für die nächsten drei Jahre
der Kassier Paul Fischer, Georg Schmidt und Georg Keim an. Ferner
wurde in dieser Versammlung am 26. Januar beschlossen, demnächst eine
Motorkarrenspritze anzuschaffen. Dafür wurden gehörige Geldspenden
gegeben, so daß die Spritze bald angeschafft werden konnte.
Von da an schweigt das Protokollbuch bis zum Jahre 1968, als der
damalige Oberlehrer Konrad Kreß den Verein übernahm und ihn in hervorragender
Weise 25 Jahre lang bis 1993 führte. Er und seine Mannschaft
haben den Verein zu dem gemacht, was er heute ist. Dabei stellte sich die
Lage für Konrad Kreß zu Beginn seiner Amtszeit recht pessimistisch dar: "
Seit der Versetzung von Herrn Pfarrer Kühorn im März 1966 gestaltete sich
das Vereinsleben des Obst- und Gartenbauvereins Weisendorf rückläufig.
Herr Pfannenmüller übernahm die Leitung des Vereins. Die
Jahresversammlungen wurden abgehalten, es erschienen immer weniger
Mitglieder und manche Funktionen konnten nicht besetzt werden. Für 1966
und 1967 wurde kein Beitrag einkassiert. Die Generalversammlung für
1968 war nicht beschlußfähig, da zu wenig Mitglieder erschienen waren.
Ebenso war es bei der wiederholt angesetzten Versammlung für den 15.
März, zu der auch Herr Gartenbauinspektor Böhlkamp erschienen war und
die Versammlung mit einem Vortrag und Lichtbildern gestaltete. Eine
erneute Zusammenkunft am 31. März 1968 bei Herrn Süß beschloß eine
Neuwahl durch Erheben der Hand. Es waren 20 Mitglieder anwesend.
1. Vorstand: Konrad Kreß, Oberlehrer, 2. Vorstand: Pfannenmüller,
Kassier und Spritzenwart: Linsenmeyer,
Ausschußmitglieder: Butzbacher Georg, Bürgermeister; Pohl Helmut,
Meister Karl
Der Jahresbeitrag beträgt ab 1968 5 DM.
Weisendorf, den 31.03.1968, Konrad Kreß".
Ende 1969 war der Verein auf 45 Mitglieder angewachsen: Erwin Heller,
Georg Trescher, Georg Nagel, Dr. Weber, Josef Dreßel, Kurt Säufert,
Georg Maier konnten als Neulinge begrüßt werden. Das Sparbuch verzeichnete
ein Puls von 238,14 DM.
Vier informative Vorträge gab es in diesem Jahr, die außer der letzten
durchschnittlich besucht waren. Vereinsvergünstigungen wurden von zwei
Mitgliedern bei der Anlage ihres Grundstücks in Anspruch genommen und
auf diese Vergünstigungen wollte Konrad Kreß besonders hinweisen.
Die moderne Technik machte auch vor dem Obst- und Gartenbauverein
nicht halt. Am 28. Januar 1970 fand im Gasthause Lunz eine Versammlung
statt, zu der vor allem viele Hausfrauen und auch andere Gäste kamen.
Nach der Begrüßung gab Frl. Außenhofer Hinweise über das moderne
Tiefkühlverfahren. Im Hinblick auf Qualität der Rohware und die
Möglichkeit für das Verpackungsmaterial. Fünf Veranstaltungen gab es in
diesem Jahr. Unter anderem wurde über den Einsatz von Giften und
Spritzmitteln gesprochen. Des weiteren hatten die Gartenbauvereinsleute
der 9. Klasse der Volksschule in Weisendorf das Veredeln der Bäume
gezeigt und dies auch mit den Schülern praktiziert. Die Königin der
Blumen, die Rose, sowie der Schmuck der Gräber zu Allerheiligen und die
Vögel als unsere Freunde bildeten weitere Themen von Versammlungsabende.
50 Mitglieder gab es mittlerweile. Neu hinzugekommen
waren Josef Haagen, Friseur; Trescher Michael (Ossi) und Seitz Georg
aus Reuth. Die Vorstandschaft hatte mittlerweile begonnen Torfaktionen
durchzuführen. Man bemühte sich Torf in größerer Menge billig für den
Verein zu kaufen und diesen dann kostengünstig an die Mitglieder
abgeben zu können. Während noch 1970 ein Herr von der BASF vor den
Mitgliedern zu dem Thema "Kunststoffe für Haus und Garten" referierte und
besonders die Verwendung von Hygromehl im Gartenbau beleuchtete,
lesen wir ein Jahr später im Protokollbuch bereits zu dem Thema
"Gesundheit aus dem Garten". Die moderne Gesellschaft ist heute stark
dabei die Naturgüter Wasser, Luft und Boden zu verpesten und zu vergiften.
Wie wertvoll ist es doch da noch an der Quelle zu sitzen um Freude zu
leben und Gesundheit aus dem Garten zu schöpfen. Dieser Vortrag wurde
durch Lichtbilder ergänzt und durch den Film "Urlaub auf dem Bauernhof"
bereichert. Zum Thema "Naturschutz geht alle an" führte H. Böhkamp in
der Schwane aus, wie wichtig es sei a) die Natur zu achten, b) Gefahren
aufzuzeigen die durch Verunreinigung der Landschaft entstehen und c)
durch Verpestung der Luft den Menschen drohen würden. 6
Veranstaltungen gab es insgesamt 1972. Wieder war eine Torfaktion dabei.
Der Verein zählte 54 Mitglieder. Neu hinzugekommen waren Herr
Horst Hauke, Schmitt Alois sowie Gerda und Hans Schmerler.
Die Jahre 1973 bis 1977 sind im Protokollbuch zusammengefaßt dargestellt.
Da die alte Rückenspritze dauernd defekt war und schließlich nicht
mehr auftauchte, wurde eine neue angeschafft.
Es gab Fachvorträge mit Lichtbildern und Filmen über
a) Fruchtfolge und Sortenauswahl für den Garten
b) Besser Ernten unter Folie und Glas
c) Herbst und Winterarbeit im Garten
d) Der grüne Friedhof
e) Bodenpflege und Bodenbearbeitung im Garten
f) Gesundheitsfördernde Gartenprodukte (Gemüse)
g) Sträucher für unseren Garten
h) Düngung - Mineraldünger - Humus.
Jedes Jahr wurde im Frühling und im Herbst eine Torfaktion durchgeführt.
Bei der Generalversammlung am 17. Januar 1975 im Gasthaus Engelhardt
wurde die bisherige Vorstandschaft erneut bestätigt. Zwei Jahre später
zählte der Verein bereits 74 Mitglieder. Neu hinzugekommen waren:
Andreas Riedel, Anna Eisen, Johann Springer, Margarete Oed, Konrad
Zucker, Konrad Meister, Kurt Kromer, Richard Neudecker, Konrad
Albrecht, Herta Schreiber, Valentin Hacker, Luise Meister, Walter
Siegismund, Hans Prechtel, Hermann Zenger, Otto Schacher, Hermann
Hertwich, Michael Kaiser, Gerhard Steindl. Konrad Kreß lobte vor allem
den zahlreichen Besuch bei den angebotenen Veranstaltungen. Auch von
der Kassenführung her gab es lobenswertes zu berichten. Seit 1968 mit
anfänglich 34 DM Kontostand ist dieser inzwischen auf 2.220,29 DM angestiegen.
Konrad Kreß fährt fort: "Die Freude über die steigende Mitgliederzahl
wird zu einer Sorge, wenn es darum geht, für die Versammlungen
ein geeignetes Lokal zu finden. Es ist ebenfalls nicht so einfach in
unserem Ort den richtigen Tag herauszusuchen. Es ist dabei zu bedenken,
ob nicht gleichzeitig andere Vereine Versammlungen abhalten und ob der
Wirt nicht auf seinem Ruhetag besteht."
In dieser Zeit wurde auch damit begonnen Fahrten durchzuführen, die im
Interessensbereich des Vereins lagen. Als erstes ist ein Besuch der
Bundesgartenschau in Mannheim vermerkt. Die bewährte Vorstandschaft
führte den Verein auch nach der Generalversammlung vom 15.02.1978
weiter. Im folgenden Jahr gab es insgesamt 7 Veranstaltungen, darunter 2
Fahrten - eine nach Nürnberg zur Gartenschau und eine zur Landesversammlung
in Bad Aibling, im dortigen Kurhaus. Mit den Torfaktionen
konnte immer wieder die Vereinskasse etwas aufgebessert werden.
Herbert Fink aus Mitteldorf war neu in den Verein eingetreten. In seinem
Rückblick über das Jahr 1980 geht Konrad Kreß auf folgende Punkte ein:
1) Durch Verlegung und trotz Ausfall wurden fünf Vereinsversammlungen
durchgeführt. Der Besuch war durchschnittlich auch wenn bei
einigen Veranstaltungen weniger Mitglieder erschienen, so konnten
doch auch andererseits eine große Zahl an Mitglieder begrüßt werden.
2) Außer den Veranstaltungen wurden bei einzelnen Mitgliedern Veredelungen
an Äpfeln und Birnen und besonders an Kirschen vorgenommen.
Die Reiser kamen aus Forchheim und wurden durch den
Fachberater verteilt. Die Veredelung führte ich selbst durch.
3) Viele Gartenbesitzer in Weisendorf legen Wert auf gepflegte Bäume.
Dazu gehört in erster Linie ein guter Schnitt. Der Schnittkurs im
letzten Jahr mußte entfallen. Dafür findet er im Februar 1981 statt.
4) Geklagt wird ständig über Wühlmäuse im Garten. Aus Erfahrung
konnte ich Interessenten auf eine Lauffalle aufmerksam machen. Ich
gab ihnen eine Musterfalle zum Nachbauen.
5) Angeregt wurde einen Komposter zu erwerben, damit die Abfälle den
Naturkreislauf zurückgegeben werden. Darüber soll in der
Jahresversammlung am 9. 1.1981 befunden werden.
6) Mitglieder
Am Jahresende 1980 neu hinzugekommene: Kreiner Adam, Kreiner
Hans, Schmitt Heinrich, Jäschke Siegfried, Meyd Christoph, Stingel
Rudi, Göller Mathilde, Jergus Horst-Dieter, Berner Gerhard,
Ebersberger Hans, Neubauer Wilhelm, Muggenhöfer Fritz.
Sehr ereignisreich verlief das Jahr 1981. Der Obst- und Gartenbauverein
war 75 Jahr alt geworden. In der Jubiläums-Jahresversammlung am 9.
Januar um 19.30 im Gasthaus zum Goldenen Hirschen konnte Konrad
Kreß über 80 Mitglieder begrüßen. Anschließend wurde der Toten gedacht.
Danach wurde interessantes aus der 75jährigen Geschichte des Vereins
vorgetragen. Es folgte die Ehrung folgender Mitglieder: Fritz
Pfannenmüller, Konrad Gumbmann, Kaspar Linsenmayer, Hans Bauer und
Helmut Pohl, für 25-jährige Vereinstreue. Jakob Hahn konnte wegen
Krankheit für seine 50-jährige Mitgliedschaft erst am 22. Mai geehrt werden.
Die Vorstandswahlen brachten folgendes Ergebnis:
Konrad Kreß versah weiterhin die Ämter des 1. Vorstands, des
Schriftführers und des Kassenwarts. 2. Vorstand wurde Fritz
Pfannenmüller. Als Beisitzer fungierten Helmut Pohl, Karl Meister und
Valentin Hacker.
Groß war die Freude als bekanntgegeben wurde, daß mit dem neun
Monate alten Thomas Mitsch das 100. Mitglied in den Verein
aufgenommen wurde. Den kleinen Thomas hatte sein Opa, Georg Schlee,
angemeldet. Er erhielt das große Buch der Zimmerpflanzen. Über diese
Versammlung berichtet der "Fränkische Tag" und schilderte den Obst- und
Gartenbauverein als einen der ältesten Weisendorfer Ortsvereine. Weiter
hieß es: "Bürgermeister Trescher stellte die Arbeit von Konrad Kreß als
besonders vorbildlich heraus. Lehrer Kreß opfere seine Freizeit für den
Gartenbauverein und andere Tätigkeiten zum Wohle der Gemeinde." Da
Kreisfachberater Paul Rothmund, der in den vergangenen Jahren sehr
viele wertvolle Vorträge im Gartenbauverein gehalten hatte, am Erscheinen
verhindert war, hielt Kreß im zweiten Teil des Abends einen Vortrag über
die Vermehrung von Topfpflanzen. Überrascht war man von den vielen
Möglichkeiten, die sich je nach Art der Pflanze anbieten. Das Teilen von
Pflanzen ist wohl die bekannteste Art. Sie wird bei buschigen Pflanzen
angewendet. Die Kopfstecklinge wiederum treiben aber nicht in einem Glas
Wasser am schnellsten neue Wurzeln. Die etwa 8 cm lang
abgeschnittenen Triebe werden vielmehr in zwei Zentimeter tiefe Löcher
gesteckt, nachdem das unterste Blatt entfernt wurde und eine Plastiktüte
darüber geschoben. In 3 bis 5 Wochen sind bewurzelt. Schwieriger ist es
beim Gummibaum neue Pflanzen heranzuziehen. Hier geschieht es durch
Abmoosen, d. h. Einschneiden des Stammes am Triebaustritt. Bei
Gliederkakteen, wie Weihnachtskaktus oder Opuntien können die Glieder
eingesetzt werden. Hier ist besonders darauf zu achten, daß man das
Kakteenstück erst einige Tage liegen läßt damit die Wundstelle
eintrocknet. Wichtig ist hier die richtige Erdmischung, die bei Kakteen etwa
aus einem Teil Torf und einem Teil rauhen Sand bestehen sollte. Zum
Ausklang wurde noch der Farbtonfilm "Kleine Laus ganz groß - Leben der
Blattlaus und ihre starke Verbreitung durch die zum Teil ungeschlechtliche
Vermehrung" gezeigt. Zahlreiche Mitglieder blieben nach dem offiziellen
Ende noch gesellig beieinander. Dabei machte das alte Protokollbuch die
Runde und manch einer wußte noch von längst vergangenen
Vereinsepisoden zu berichten.
Im Februar wurde ein Schnittkurs durchgeführt und Fachberater Rothmund
referierte über Pflanzenschutz im Hausgarten - Möglichkeiten und
Grenzen. 20 Frauen nahmen am 3. April unter der Leitung von Frau Zenkel
aus Sterpersdorf an einem Steckkurs teil. Die Farbzusammenstellung
durch lebende Blumen und die Formgebung unter der Hand von Frau
Zenkel ließ die Fähigkeiten der Frauen fast zu Künstlern reifen. Erfreut war
man allseits über die Schöpfungen. Es wurde zum Schluß der Wunsch
geäußert einmal einen Steckkurs mit Sonnenblumen und Gräsern
durchzuführen. Herr Rothmund referierte im April über das Thema "Der
Bauerngarten ist tot, es lebe der Bauerngarten". Dabei ging es im
wesentlichen um die richtige Anlegung eines Kräutergartens. Als neue
Mitglieder konnte begrüßt werden: Fischer Gudrun, Glassner Ursula,
Robert Lunz, Mekiska Maria. Im November referierte wiederum
Fachberater Rothmund und verwies auf die Bedeutung des Gartens in
unserer Zeit als a) Naherholung im Garten, b) Gesundheit aus dem Garten,
c) Verschönerung unserer Umwelt, d) Naturschutz im Garten, e)
Neuschaffung von Lebensräumen, f) Gartenerlebnisse fördern die
Tugende Geduld und Bescheidenheit. Über 40 Personen hörten aufmerksam
zu. Seit dem 13. Oktober führte anstelle des bisherigen Pächters
Dennerlein, ein Grieche Namens Sortirios das Gasthaus zum Goldenen
Hirschen. Arbeiten unter den Arbeiten "Dorfverschönerung" bildeten den
Schwerpunkt im Jahre 1982.
1983 stießen als neue Mitglieder zum Verein: Waltraud und Franz Petter,
Konrad Berner, Otto Schacher sen., Hans Cramer, Barbara Kaulfersch,
Helmut Pförtner.
Der Mitgliederstand erhöhte sich auf 115 Personen. Die Kasse erzielte
einen Überschuß von 346 DM und der Kassenstand betrug zum
Jahresende 5.204,65 DM. In diesem Jahr konnten vier Veranstaltungen
erfolgreich durchgeführt werden. Sechs waren es im darauffolgenden Jahr.
Anläßlich der Generalversammlung am 10. Januar 1985 konnte Konrad
Kreß einen Mitgliederstand von 120 vermelden.
Die Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis:
1. Vorstand: Konrad Kreß, 2. Vorstand: Christoph Meier,
Kassier: Mathilde Göller, Schriftführer: Konrad Kreß,
In den Ausschuß wurden Karl Meister, Judith Schmidt und Adolf Springer
gewählt.
60 Mitglieder waren erschienen. Wegen des starken Anwachsens des
Vereins war es notwendig geworden jetzt die Beiträge im Abbuchungsverfahren
einzuziehen. Dies wurde von den Mitgliedern aber nur zögernd angenommen.
In den 80er Jahren fällt auf, daß bei den Veranstaltungen
immer mehr der Naturschutz-Gedanke Eingang fand. Waldsterben, Umweltverschmutzung,
Abgase und Naturdünger sind hier nur einige Stichworte.
Das Reaktorunglück von Tschernobyl im Juni 1986 beunruhigte
auch den Obst- und Gartenbauverein. Am 12.06.1987 vermerkt Konrad
Kreß im Protokollbuch: "Vor wenigen Tagen war der Jahrestag des Gau
(größter anzunehmender Unfall) von Tschernobyl. Dieses Ereignis
schreckte unsere Welt auf. Radioaktivität ist die Eigenschaft bestimmte
chemische Elemente ohne äußere Beeinflussung dauernd Energie in Form
von Strahlung auszusenden. Die Zerfallszeit ist die Zeit, in der eine
vorhandene Menge radioaktiven Stoffes auf die Hälfte abgeklungen ist
(Halbwertszeit). Anhand des Blattes unseres Landesverbandes erläuterte
ich Becquerel = Zerfall eines Teilchens pro Sekunde, die radioaktive
Strahlung und Menschen: Die natürliche Belastung in unserer BRD beträgt
pro Jahr durchschnittlich 200 Mio. mRem. In den nächsten 50 Jahren
könnte sich diese Normalbelastung jährlich um 10 - 50 mRem vergrößern.
Radioaktive Teilchen können in die Nahrung gelangen. Über die
Radioaktivität des Bodens von Wasser, Luft und Lebensmitteln habe ich
referiert. Verseuchter Boden muß abgetragen werden - aber wohin? Die
Gefahren sind groß, es gibt allerdings auch radioaktive Heilquellen.
Vielleicht hat dieser Unfall das Gute, daß die Menschen ihre Umwelt
besser schätzen lernen und sich gegenseitig mehr achten. Dieser Vortrag
wurde mit einem sehr beeindruckenden Film untermalt.
Die rege Vereinstätigkeit in den Jahren 1987/88 mit vielen lehrreichen
Vorträgen erreichte am 24. Juli 1988 ihren Höhepunkt, als der Obst- und
Gartenbauverein mit zahlreichen Mitgliedern am Festzug der Marktgemeinde
Weisendorf anläßlich ihres 700 jährigen Bestehens beteiligt war.
Helmut Pohl stellte seinen Traktor zur Verfügung und die Ausschmückung
des Wagens stand unter dem Motto "Die Weisendorfer Blumenzupfer".
Viele Mitglieder reihten sich in den Festzug ein, zeigten originelle Kleidung
und alte Gartengeräte.
Über die Generalversammlung am 10. März 1989 berichteten die NN:
Konrad Kreß bleibt 1. Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins. Er
wurde in der Jahreshauptversammlung einstimmig bestätigt. Zum neuen
Stellvertreter wählten die 70 Mitglieder Willi Neubauer. Konrad Kreß führte
auch weiterhin das Kassenbuch und betätigte sich als Schriftführer.
Kreß informierte die Versammlung über Neuigkeiten. Ab 1. April steht für den
Landkreis eine Gartenbautechnikerin zur Verfügung. Diese Entscheidung
wurde im Kreisausschuß des Landkreises bereits getroffen. Geplant sei im
September eine Lehrfahrt in die Pfalz oder ins Rheinland für drei Tage. Zur
Versammlung wurde als Ehrengast Paul Rothmund begrüßt. Der
Gartenspezialist des Landkreises berichtete, daß für nächstes Jahr an drei
Samstagen Lehrgänge über Obstbaumpflege abgehalten werden wollen.
Der Jahresbeitrag wurde auf den bisherigen Satz von 5 DM belassen; 4
davon fließen an den Landesverband weiter. Dennoch hat man beim
Verein keine finanziellen Sorgen, wie sich aus dem Kassenbericht ergab.
Nachdem die offiziellen Punkte schnell abgewickelt werden konnten,
freuten sich viele Besucher auf den angekündigten Film über die Feiern
zum 700jährigen Jubiläum des Marktes Weisendorf.
Presseberichte über die Tätigkeiten des Vereins sowie Veröffentlichungen
im Weisendorfer Gemeindeblatt finden wir nun häufiger. Ab Januar 1990
wurde in wöchentlichen Veröffentlichungen im Amtsblatt in 18 Folgen das
Thema "Gärtenanlegen" aufgezeigt. Dabei wurde besonderer Wert gelegt
auf a) das Grundwissen beim Gärtnern, b) Planung, c) Gestaltung, d)
Bodenbearbeitung, e) Pflege und f) Pflanzenziehen im Gewächshaus. Seit
längerem trug sich die Vereinsführung mit dem Gedanken einen
Gartenhäcksler anzuschaffen. Im Oktober 1991 konnte im Amtsblatt stolz
verkündet werden: "Lange warten wir schon auf die Lieferung des
Gartenhäckslers. Heute (11.10.1991) oder morgen wird er eintreffen. Das
Gerät ist robust und leistungsstark. Alle Gartenabfälle - somit auch Äste bis
6 cm - werden als Rohstoffe bei der Abdeckung oder durch Verrottung zu
Nährstoffen. Zu einer Vorführung des Gerätes und als Anleitung für den
Gebrauch laden ich hiermit alle Interessenten für Samstag, den 19.
Oktober 1991, um 15.00 Uhr bei Neubauer/Pohl, Erlanger Str. 13, recht
herzlich ein. Wir sind sicher mit diesem Gerät einen wichtigen Schritt zur
umweltgerechten Abfallentsorgung zu leisten. Die Häckselstunde beträgt
für Mitglieder 10 DM ohne Schadenshaftung und für Nichtmitglieder 15 DM
mit persönlicher Schadenshaftung. Das Gerät kostet 5.700 DM, der
Kreisverband gab die Hälfte als Zuschuß".
Im darauffolgenden Jahr wurde in Weisendorf die Tradition des Marktes
neu belebt. Am 4. Oktober war es soweit. Auch der Gartenbauverein beteiligte
sich daran. "Etliche Mitglieder spendeten Sträucher, Blumen,
Kakteen oder Gemüse zum Verkauf für den Markttag und obwohl das
Wetter nicht besonders freundlich war, konnte der stolze Erlös von 433 DM
eingenommen werden. Dieser Dank gebührt den Helfern Hertwich
Hermann und Marianne, Neubauer Willi, Barbara und Tochter, Herrn
Sperber, Frau Pförtner und Frau Betty Wild. Die genannten werden am
Freitag den 20. November 1992 mit einem Essen im Vereinslokal entschädigt."
Die Generalversammlung vom 15. Januar 1993 in der Vereinsgaststätte
zum Goldenen Engel brachte einen Einschnitt in die Vereinsgeschichte.
Nach 25 Jahren gab Konrad Kreß das Amt des 1. Vorsitzenden ab. Die
Nordbayerischen Nachrichten berichteten: Der Obst- und Gartenbauverein
Weisendorf geht mit einer neuen Vorstandschaft in die nächsten Jahre. Bei
der Jahreshauptversammlung wurde Günter Sperber zum Nachfolger von
Konrad Kreß gewählt. Dieser hatte in den letzten 25 Jahren als
Vorsitzender beim Weisendorfer Verein zur Verfügung gestanden. Zur
Jahreshauptversammlung im Gasthaus Engelhardt war auch
Kreisvorsitzender Alfred Wachs gekommen. Er hatte allen Grund Pionier
Kreß für seine unermüdliche Arbeit zu danken. Sichtlich froh war Wachs
auch darüber, daß es Wahlleiter Otto Mack gelang in zügiger Form eine
komplette Vorstandschaft zu ermitteln. Denn mit Wilhelm Neubauer wurde
ein zweiter Vorsitzender gewählt, der auch als Schriftführer fungieren wird.
Die Versammlung wählte Hermann Hertwich zum dritten Vorsitzenden und
Helmut Pförtner zum neuen Kassier. Seine Arbeit wird von Otto Mack und
Lothar Ort jährlich geprüft. Gewählt wurden auch zwei Beisitzer: Georg
Meister und Konrad Kreß. Damit ist gewährleistet, daß die junge
Vorstandschaft weiterhin auf den Rat des langjährigen Vorsitzenden
zurückgreifen kann. Kreß zog in seinem letztmals abgegebenen
Jahresbericht Bilanz der Arbeit der letzten 2 Jahre. 1990 hatte der Verein
115 Mitglieder, dann stieg diese Zahl jährlich um weitere 17 Personen.
Zum Tag der Versammlung verzeichnete er bereits 151 Mitglieder. In den
letzten Jahren hatte Kreß auch die Aufgaben des Kassiers erledigt. Er
hinterließ ein Barvermögen von 6.267,96 DM. Kreß betonte die enge Zusammenarbeit,
die man mit der Kreisvorstandschaft gepflegt habe, Wachs
bestätigte dies. Im besten Einvernehmen konnte der neue Vereinschef
Sperber die Versammlung beenden. Allerdings ließ er vorher noch über
einen Antrag zur Anhebung der Vereinsbeiträge befinden. Bislang wurden
pro Mitglied im Jahr 5 DM einkassiert; jetzt werden 7 DM abgeführt. Nur ein
Mitglied war dagegen. Dies jedoch nur, weil ihm die Anhebung viel zu
niedrig war." Konrad Kreß ist seitdem Ehrenvorstand des Vereins. Der neuen Vorstandschaft
gelang es die bisherige positive Arbeit fortzusetzen.
Die NN berichteten ein Jahr später:
"Reibungslos ging die Jahreshauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins
Weisendorf über die Bühne. Zur Ehrung der zahlreichen Vereinsjubilare
war Kreisvorsitzender Alfred Wachs erschienen. Die Neuwahl
eines Schriftführers bereitete keine Probleme, denn Wahlleiter Otto Mack
konnte auf Anhieb ein Mitglied gewinnen, das den Posten übernahm.
Vorsitzender Günter Sperber aus Buch war ganz sprachlos und höchst
erfreut, als Ruth Rössler zustimmte. Sie durfte gleich am Vorstandstisch
platznehmen. Die Versammlung war sehr gut besucht. Fast hätte der Platz
im Saalbau des Gasthauses Engelhardt nicht gereicht. Kreisvorsitzender
Wachs wertete dies als einen eindeutigen Vertrauensbeweis für den neuen
Vorsitzenden Sperber. Der Jahresbericht des Vorsitzenden verriet ein
reichhaltiges und aktives Vereinsleben. So wurden im zeitigen Frühjahr
Obstbaumschnittkurse abgehalten. 6 Fachvorträge trugen zur Vertiefung
des Fachwissens im häuslichen Garten bei. Bestens angenommen wurden
die Lehrfahrten nach Veitshöchheim und Stuttgart, wo die Internationale
Gartenausstellung stattfand. Auch heuer ist der Besuch der IGA in Erfurt
vorgesehen; die Busse schon ausgebucht. Deshalb ist eine zweite Fahrt
am 17. und 18. September vorgesehen. Hierfür kann man sich noch
anmelden. Stark angestiegen ist im abgelaufenen Jahr auch die
Mitgliederzahl. Sie stieg von 150 auf nunmehr 208 Personen an. Sehr
begehrt ist das Vertikutiergerät. Dank der fürsorglichen Pflege von
Gerätewart Pohl gab es da nie Probleme. In diesem Jahr hat sich der
Verein wieder einiges vorgenommen. Sperber kündigte eine Reihe von
Fachvorträgen an. Auch beim Marktfest der Gemeinde ist man wieder mit
einer Obstpresse dabei. Gepflanzt werden im zeitigen Frühjahr 14 Linden
an der Straße nach Großenseebach und 14 Eschen in Richtung
Oberlindach. Die Bäume sind bereits im Besitz des Vereins. Das
Straßenbauamt Nürnberg hat die gesamten Kosten übernommen. Auch für
die Hausbesitzer besteht die Möglichkeit, sich großkronige Laubbäume mit
50 % der Ankaufskosten bezuschussen zu lassen. Der Antrag muß
allerdings über den Kreisverband laufen. Kreisvorsitzender Alfred Wachs
verwies auf die Vorteile und war gleichzeitig voll des Lobes über die
Vereinsführung in Weisendorf. Sie verstehe es den Obst- und
Gartenbauverein auf blühendem Stand zu halten."
Die neue Vorstandschaft ist zu Beginn des Jahres 1996 denn auch im
wesentlichen bestätigt worden:
1. Vorsitzender: Günther Sperber, 2. Vorsitzender: Willi Neubauer,
3. Vorsitzender: Friedrich Stark,
Kassier: Helmut Pförtner, Schriftführer: Bernhard Wagner,
Beisitzer: Georg Meister und Konrad Kreß
Bei der Jahreshauptversammlung am 15.Januar 1998 veränderte sich ein Teil der Vorstandschaft, der Beisitzer Herr Ort bat aus zeitlichen Gründen ausscheiden zu dürfen, für ihn wurde Herr Petter und Herr Scholz als Beisitzer gewählt. Ebenso wurden die Gewinner beim Blumenschmuckwettbewerb bekannt gegeben:
1. Platz Frau Gerlinde Löser
2. Platz Frau Monika Butzbacher
3. Platz Frau Ida Händel
4. Platz Frau Grete Mack
5. Platz Herr Hans Schuster
Bei der Jahreshauptversammlung am 21.Januar 2000 war der Mitgliederstand auf 370 angestiegen. Der Schriftführer Bernhard Wagner bat um die Entlassung aus seinem Amt. Es wurde beschlossen, das Herr Eckehard Scholz dieses Amt bis zur nächsten Neuwahl übernehmen solle. Beim Kinder- und Jugendwettbewerb von 1999 mit dem Thema "Kürbis" wurden 47 Stück bewertet. Der größte hatte einen Umfang von 162 cm und ein Gewicht von 29,27 kg. Im Jahre 2000 folgte der Wettbewerb "Sonnenblume". Im Jahre 2001 wurden die Satzungsgemäßen Neuwahlen durchgeführt und brachte folgendes Ergebnis:
1. Vorsitzender: Günter Sperber
2. Vorsitzender: Friedrich Stark
Kassier: Helmut Pförtner
Schriftführer: Eckehard Scholz
Beisitzer:Georg Meister, Franz Petter, Günter Hilse, Monika Butzbacher, Georg Hack.
Am 22.Februar 2002 stand die nächste Jahreshauptversammlung an. Beim Tätigkeitsbericht wurde deutlich, dass die Aktivitäten des Vereins immer mehr werden. Auch wurde das 100 jährige Bestehen angesprochen. Um auf einen Festausschuß verzichten zu können, wurden noch Alexander und Thomas Süß, sowie Frank Münch als Beisitzer gewählt. Es standen noch weitere wichtige Entscheidungen an. Als erstes wurde über eine Satzungsänderung abgestimmt, diese war nötig, um den Verein beim Amtsgericht eintragen zu können. Ebenso wurde ein neues Beitragsmodell vorgestellt. Es sah wie folgt aus: Mitglieder zahlen künftig 6,00 €, Ehegatten und Ehepartner als Zweitmitglied 4,00 € und Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre 3,00 €.
Die Satzungsänderung wurde mit einer Gegenstimme und das neue Beitragsmodell einstimmig beschlossen. Auch gab der Vorsitzende bekannt, dass der Pachtvertrag des bisherigen Vereinsgrundstückes zum 31.12.2001 gekündigt wurde. Das neue Vereinsgrundstück stehe voraussichtlich Mitte 2002 zur Verfügung. Herr Sperber informierte die Anwesenden Vereinsmitglieder in Wort und Bild über die geplante 100 Jahrfeier 2006.
In den folgenden Jahren etablierte sich der Obst- und Gartenbauverein immer mehr in das Weisendorfer Vereinsleben. Die Kinder- und Jugendwettbewerbe fanden immer größeren Zuspruch. Diese Wettbewerbe sind mittlerweile ein fester Bestandteil im Jahresprogramm. An der Jahreshauptversammlung, am 24.Februar 2003 trat die gesamte Vorstandschaft geschlossen zurück, weil die Satzungsgemäße Neuwahl ein Jahr vor dem Jubiläum wäre. Die gesamte Vorstandschaft war der Meinung, dass ein Jahr vor dem Jubiläum keine neuwahlen stattfinden sollten. Die Vorstandschaft sah nach der Wahl folgender Maßen aus:
1. Vorsitzender: Günter Sperber
2. Vorsitzender: Friedrich Stark
Schriftführer: Eckehard Scholz
Kassier: Arne Röhr
Beisitzer: Georg Meister, Frank Münch, Alexander Süß, Thomas Süß, Carsten Mehnert, Michael Vetter.
Der Vorsitzende Günter Sperber hatte schon lange die Gründung einer Jugendgruppe im Sinn. Im Jahre 2003 gelang es, eine Jugendgruppe zu gründen die sich "Die Schmetterlinge" nannte.
Bei der Jahreshauptversammlung 2004 konnten die Leiterin der Kinder- und Jugendgruppe Frau Neudecker über viele Aktivitäten berichten. Die weiteren Leiterinnen waren Frau Mulzer und Tanja Pförtner. Aus der Vorstandschaft stand ihnen Herr Münch zur Verfügung. Nachdem aus Familären Gründen der Kassier Arne Röhr zurücktreten mußte, stand die Wahl eines neuen Kassiers an. Leider konnte hier keiner gefunden werden. Die Wahl wurde bis zur nächsten Jahreshauptversammlung zurückgestellt. Am 18.Februar 2005 fand die Jahreshauptversammlung statt. Hier wurde die zurückgestellte Wahl vollzogen. Herr Scholz, bisheriger Schriftführer nahm die Wahl als Kassier an und als neuer Schriftführer wurde Herbert Haller gewählt. Der Kassenstand betrug am 23.Januar 8.343,69 €.
Der Obst- und Gartenbauverein Weisendorf e.V. hat heute 447 Mitglieder, davon 38 Kinder und Jugendliche.
Für die Zukunft ist dem Obst- und Gartenbauverein zu wünschen, daß alle
Mitglieder ihre bisherige Arbeit in vollster Harmonie, Kameradschaftlichkeit
und zur Freude des ganzen Vereins sowie der Gemeinde Weisendorf
fortsetzen können.
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